Psychotherapeutische
Praxis in Wiesbaden
Therapie
Was ist Psychotherapie?
Unter Psychotherapie versteht man die Behandlung seelischer Probleme mit Hilfe wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren. Zu seelischen Problemen zählen Störungen der Wahrnehmung, des Verhaltens, der Erlebnisverarbeitung, der sozialen Beziehungen und der Körperfunktionen.
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Verhaltenstherapie, systemische Therapie, Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Die Verfahren sind historisch aus unterschiedlichen Herangehensweisen entstanden. Die Psychoanalyse ist von Freud begründet worden, aus ihr sind auch die tiefenpsychologisch fundierten Therapieverfahren hervorgegangen. Die systemische Therapie hat sich aus der Arbeit mit Familien entwickelt, sie ist an Beziehungsprozessen der Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Die Verhaltenstherapie hat einen naturwissenschaftlichen, lerntheoretischen Hintergrund und wurde zunächst mit Hilfe experimenteller Methoden entwickelt, später um kognitive, gesprächstherapeutische und achtsamkeitsbasierte Verfahren ergänzt. Die Therapien unterscheiden sich in der unterschiedlichen Ausprägung spezifischer therapeutischer Wirkprinzipien.
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Wenn Sie gesetzlich versichert sind und die Behandlung von der Krankenkasse getragen wird, ist zu Beginn und in jedem Behandlungsquartal (Vierteljahr) die Vorlage der Versichertenkarte notwendig. Manchmal empfehlen Haus- und/oder Fachärzte eine ambulante Psychotherapie und stellen Überweisungen aus, notwendig sind diese für die Aufnahme einer Psychotherapie jedoch nicht.
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Wichtig ist für Sie zu wissen:
Wenn Sie sich selbst als psychisch belastet oder hilfsbedürftig einschätzen, haben Sie Anspruch darauf, zeitnah einen Termin für ein Erstgespräch mit einem Psychotherapeuten zu bekommen, die sogenannte „Sprechstunde“. Es handelt sich um eine Erstberatung, die dazu dient, eine erste Einschätzung zu entwickeln, ob bei Ihnen eine behandlungsbedürftige Diagnose vorliegt, welche Art der Psychotherapie für Sie geeignet ist, und Ihnen Hilfestellung dabei zu geben, wie Sie eine für Sie passenden Therapeuten finden. Die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (www.eterminservice.de) vermittelt solche „Sprechstunden“ (allerdings keine Wunschtermine beim Wunschtherapeuten). Sie können aber selbstverständlich auch weiterhin direkt bei dem Therapeuten oder der Therapeutin Ihrer Wahl anrufen, um einen Termin zu vereinbaren. Am Ende der „Sprechstunde“ können Sie sich von dem Therapeuten oder der Therapeutin einen Befundbericht („individuelle Patienteninformation“) aushändigen lassen.
Im Anschluss an die sogenannte „Sprechstunde“ haben Sie bei dringendem Behandlungsbedarf Anspruch auf eine zeitnah beginnende sogenannte Akuttherapie von bis zu 12 Sitzungen. Diese kann bei demselben Therapeuten stattfinden, wenn dieser Kapazitäten frei hat. Falls nicht, können Sie sich an einen anderen Therapeuten wenden, und auch die o.g. Terminservicestelle vermittelt ebenfalls Termine für die Akuttherapie (dafür muss auf der individuellen Patienteninformation, die Sie am Ende der Sprechstunde bekommen haben, ein entsprechender Code vermerkt sein). Die Akuttherapie dient dazu, Sie so weit zu stabilisieren, dass es Ihnen entweder wieder gut geht (in leichten Fällen), oder dass eine sogenannte „Wartelistenfähigkeit“ hergestellt wird (d.h. dass Sie stabil genug sind, um auf einen frei werdenden Therapieplatz bei der Therapeutin / dem Therapeuten Ihrer Wahl zu warten).
Die Sitzungen der Akuttherapie werden angerechnet, wenn im Anschluss eine Kurzzeittherapie beantragt wird (möglich sind zwei Schritte zu jeweils 12 Sitzungen, also insgesamt maximal 24 Sitzungen).
Statt der früher fünf möglichen probatorischen Sitzungen zur Vorbereitung der Therapie müssen jetzt zwei bis maximal vier probatorische Sitzungen stattfinden, wenn eine Kurz- oder Langzeittherapie bei der Krankenkasse beantragt werden soll.
Eine Umwandlung in Langzeittherapie (d.h. bei Verhaltenstherapie bis zu insgesamt 60, in Sonderfällen bis zu 80 Sitzungen) erfordert immer ein Gutachterverfahren (d.h. der Therapeut muss einen ausführlichen „Bericht an den Gutachter“ verfassen, in dem er die Therapienotwendigkeit begründet und einen Behandlungsplan vorlegt).
Dem Antrag auf Kurzzeit- oder Langzeittherapie (den der Therapeut für Sie bei der Krankenkasse stellt) muss immer auch ein Konsilschein des behandelnden Haus- oder Facharztes beiliegen. Wenn mir eine Schweigepflichtsentbindung vorliegt, fordere ich diesen für Sie vom behandelnden Arzt an.
Wenn Sie bereits früher in Psychotherapie waren, sollten Sie sich unbedingt bei Ihrem früheren Therapeuten erkundigen, wieviele Sitzungen Sie damals in Anspruch genommen haben, wann der letzte Termin war, und welche Form von Psychotherapie mit der Krankenkasse abgerechnet wurde (Verhaltens-, systemische, tiefenpsychologische oder analytische Therapie). Dies sind wichtige Vorinformationen für ihren zukünftigen Therapeuten.
Wenn Ihre letzte von der Krankenkasse bezahlte Psychotherapie weniger als zwei Jahre zurückliegt, kann nur dann eine erneute (Kurzzeit- oder Langzeit-) Therapie beantragt werden, wenn gewichtige Argumente dafür vorliegen, die im Gutachterverfahren Bestand haben (der Therapieantrag ist dann immer gutachterpflichtig).
Wenn Sie gerne eine „Sprechstunde“ bei mir hätten, kontaktieren Sie mich bitte telefonisch. Ich vereinbare dann nach einem kurzen telefonischen Vorgespräch einen individuellen Termin mit Ihnen im Rahmen meiner freien Kapazitäten (bitte haben Sie Verständnis, dass ich nicht jedem Anrufer eine Sprechstunde anbieten kann, da ich sehr viele Anfragen bekomme.)
Was ist Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie orientiert sich - wie kein anderes Verfahren - an naturwissen- schaftlichen Grundlagen. Sie stellt sich wissenschaftlichen Wirksamkeitsuntersuchungen und entwickelt sich beständig weiter.
Die Verhaltenstherapie (VT) soll menschliches Leiden lindern und die Handlungsfähigkeit erweitern. Sie beinhaltet Veränderungen der sozialen Umgebung und der sozialen Interaktion. Das Ziel ist die Ausbildung und Förderung von Fähigkeiten, die zu einer besseren Selbstregulation führen sollen. Charakteristisch für die VT ist die Konzentration auf gegenwärtige statt auf vergangene Handlungsdeterminanten, ohne diese jedoch in der Analyse der Problementstehung zu vernachlässigen. Somit liegt der Schwerpunkt auf beobachtbarem Verhalten und dessen Veränderung.
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Ängste wie z. B. Phobien (soziale Phobien, spezifische Phobien, z. B. Höhenangst)
generalisierte Ängste
Panikattacken (Ängste, die wie aus heiterem Himmel zu fallen scheinen)
Erschöpfung, "Burnout"
Depressionen
Essstörungen (Bulimie, Magersucht, Übergewicht)
Körperliche Erkrankungen (indirekt), die durch seelische Faktoren ausgelöst und aufrechterhalten werden wie z. B. Magengeschwüre
Nachsorge, Rehabilitation und Begleitung bei schweren körperlichen oder chronischen Erkrankungen
Persönlichkeitsstörungen z. B. chronisch emotionale Instabilität, Borderline
Seelisch bedingte Störungen von körperlichen Funktionen (Störungen der Sexualität, Bluthochdruck, Schlafstörungen u. a.)
Selbstwertprobleme
Suchtverhalten (Alkohol, Nikotin, Drogen, Tabletten u. a.)
Traumata (z. B. nach Gewalterfahrung, schweren Unfällen)
Zwangserkrankungen
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Zu Beginn einer Verhaltenstherapie machen wir eine gemeinsame Analyse der Probleme, aber auch bestehender Kompetenzen und Stärken (Ressourcen), die Ihnen bislang geholfen haben. Die eigenen Ressourcen sind vielen Menschen oft noch gar nicht so deutlich.
Wesentlich ist auch die Klärung Ihrer Ziele, also was im Positiven verändert und erreicht werden soll. Auch Ihre Lerngeschichte untersuchen wir gemeinsam auf Zusammenhänge zu heutigen Problemen und Stärken.
Ein weiterer Aspekt ist, sich über die Funktion, die ein Problem in Ihrem Leben möglicherweise hat, Gedanken zu machen.
Mit Verhalten ist nicht immer nur das sichtbare Handeln eines Menschen gemeint, sondern es sind auch innere Prozesse wie Gefühle, Gedanken, physiologische Abläufe angesprochen. Für alle diese Bereiche gibt es in der so genannten multimodalen Verhaltenstherapie ein großes Spektrum an bewährten methodischen Bausteinen.
Beispiele dafür sind:
Ängste bewältigen in der Vorstellung oder dadurch, dass bislang gemiedene Orte aufgesucht werden
Hinterfragen bisheriger Sichtweisen, die manchmal ins Negative verzerrt sein können
therapeutische Rollenspiele
Grundsätzlich liegt der Fokus in der Verhaltenstherapie darauf, Ihnen Fähigkeiten zu vermitteln, die Sie hier und jetzt benötigen, um Ihre Probleme möglichst eigenständig zu lösen.
Dazu ist eine tragfähige Beziehung zwischen Ihnen und mir als Therapeut wesentlich, um erfolgreich etwas zu verändern.
Weitere Informationen: www.verhaltenstherapie.de und www.dgvt.de und link zu vertiefte Informationen zur Geschichte der Verhaltenstherapie (Die 3 Wellen der VT)
Die ersten Gesprächstermine
Zunächst vereinbaren wir telefonisch oder per Mail/Messenger einen Erstgesprächstermin. Eine Therapiesitzung dauert 50 Minuten. Sie haben die Möglichkeit, vor Therapiebeginn bis zu 3 sogenannte (sog.) Psychotherapeutische Sprechstunden und bis zu 4 probatorische Sitzungen durchzuführen. Es ist auch möglich, bei mehreren Therapeuten Probesitzungen zu absolvieren. Sie können sich in dieser Phase darüber klar werden, ob Sie sich eine vertrauensvolle und an ihren Anliegen und Zielen orientierte Zusammenarbeit mit mir vorstellen können.
In dieser probatorischen Phase werden neben dem Anlass für die Therapie Ziele und Erwartungen besprochen und es wird eine sogenannte Anamnese - Krankheitsvorgeschichte - erhoben. Dabei kommen auch Verfahren der psychologischen Diagnostik zur Anwendung. Parallel dazu wird bei Ihrem Hausarzt, Psychiater o.ä. ein sogenannter Konsiliarbericht angefordert. Darin ergänzt der Arzt Informationen über Ihren körperlichen Zustand.
Danach wird bei der jeweiligen Krankenkasse bzw. Beihilfestelle die Kostenübernahme der Psychotherapie beantragt; in der Regel zunächst für 24 Sitzungen (Kurzzeittherapie). Wartezeiten bis zum Beginn einer Psychotherapie sind allerdings leider oft nicht zu vermeiden.
Im Verlauf der Therapie kann entschieden werden, ob das Stundenkontingent ausreicht, ob die Therapie schon vorher beendet werden kann oder noch verlängert werden soll. Mehr zum Thema Psychotherapie finden Sie auf der Website der Psychotherapeutenkammer Hessen.
Behandlungsschwerpunkte
Sie finden hier eine - nicht erschöpfende - Auswahl von Problembereichen, mit denen Therapiesuchende in meine Praxis kommen:
Selbstwertprobleme
Erschöpfungszustände
Stressreaktionen
Schlafstörungen
depressive Verstimmungen
Angsterkrankungen
Suchtprobleme
psychosomatische Beschwerden
Zwangsstörungen
körperliche Erkrankungen, die psychische Probleme nach sich ziehen können
Besondere Schwerpunkte meiner Praxis liegen in der Psychotherapie von Menschen mit
Angststörungen
Belastungsreaktionen nach traumatischen Ereignissen
Probleme im Kontext von LGBTQIA+
Mein Verfahrensschwerpunkt, der auch zur Approbation und sozialrechtlichen Anerkennung mit den gesetzlichen und privaten Krankenkassen geführt hat, ist die Verhaltenstherapie. Ich kann ausschließlich Erwachsene in Einzeltherapie begleiten. Alle gruppentherapeutischen Angebote, wie indikationsspezifische Gruppen, z. B. Gruppentraining zur Verbesserung der sozialen Kompetenz (SKT) an, Entspannungs- (Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson) sowie imaginative Verfahren zur Ressourcenaktivierung sind privat zu zahlen.
EMDR
Die Psychologin Francine Shapiro entwickelte EMDR (Abkürzung für engl. Eye Movement Desensitization and Reprocessing) seit 1987 zur Therapie von Traumatisierungen. Seit 2006 ist EMDR vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als Methode zur Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen anerkannt.
EMDR geht standardisiert in acht Schritten vor, bei denen während des Wiedererinnerns an traumatisches Material eine bilaterale Hirnstimulation erfolgt: Meist geschieht dies, indem der Betroffene seine Augen rasch hin- und her bewegt und dabei einer bestimmten Fingerbewegung des Therapeuten folgt. Auch andere Formen der bilateralen Stimulation durch z.B. akustische Signale oder abwechselndes Tippen auf die Hände sind möglich.
Wie wirkt EMDR?
Nach heutigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass die wechselseitige Stimulierung der linken und der rechten Hirnhälfte die Weiterleitung und Verarbeitung traumatischer Erinnerungen bahnt und damit deren Bewältigung fördert. Auch wenn noch nicht restlos erforscht ist, auf welche Weise dies genau geschieht, so gibt es doch eine Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen, die die Wirksamkeit der EMDR-Methode in der Traumabearbeitung eindrucksvoll bestätigen. Eingebettet in Diagnostik, Stabilisierung und anschließende Integration des veränderten Erlebens ist EMDR als sehr effizienter Baustein einer z. B. verhaltenstherapeutischen Traumabehandlung anzusehen.
Darüber hinaus gibt es Ansatzpunkte, EMDR zur Behandlung anderer Beschwerden wie z.B. Ängste oder Schmerzen einzusetzen.
Weitere Informationen: www.emdria.de
Autogenes Training
Das Autogene Training ist ein didaktisch klar gegliedertes Verfahren zur "konzentrativen Selbstentspannung". Es wurde in den 20er Jahren aus systematischen Beobachtungen an hypnotisierten Patienten von dem Nervenarzt J.H. Schultz (1932/87) entwickelt, basiert aber im Gegensatz zur Hypnose ausschließlich auf Auto-(Selbst-) Suggestionen. Im Sinne einer Stabilisierung und Umschaltung des Vegetativums werden die unwillkürlichen Körperreaktionen beeinflußt und parasympathische Reaktionen gefördert. Die Anwendung der erlernten Übungen ermöglicht eine raschere Entspannung in Stresssituationen.
Progressive Muskelrelaxation (PMR)
Der Arzt und Physiologe E. Jacobson (1885-1976) beobachtete 1928, dass die Anspannung der Muskulatur häufig mit Unruhe, Angst und psychischer Spannung einhergeht. Die Wechselwirkungen psychischer Befindlichkeiten und muskulärer Spannung bzw. Entspannung machte er in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Grundlage seines systematischen Trainings, dessen Grundlage die Kontrastwahrnehmung intentional angespannter bzw. entspannter Muskelgruppen ist. Es wurde etwa zeitgleich, aber unabhängig vom Autogenen Training in den USA eingeführt. Seit 1987 ist das Verfahren im Rahmen von kassenärztlichen Behandlungen abrechnungsfähig.
Hypnotherapie
Hypnose kann wohl als das älteste Psychotherapieverfahren überhaupt bezeichnet werden. In den verschiedensten Kulturen und zu allen Zeiten wurden Trancezustände genutzt, um Heilungsprozesse zu unterstützen.
Tranceartige Zustände sind etwas ganz Natürliches und Alltägliches, was jeder Mensch kennt, wie z. B. gedankenversunken bei Sonnenschein auf einer Parkbank oder am Meer zu sitzen und die Welt um einen herum quasi „ zu vergessen“. Die moderne Hypnotherapie nach Erickson bietet die Möglichkeit, Trancezustände unterschiedlicher Tiefe systematisch für therapeutische Zwecke zu nutzen. Autogenes Training kann man auch als eine Form der Selbsthypnosetechnik begreifen. Sich mit dem sog. Unwillkürlichen vertraut zu machen, um besser im Alltag selbständig seine inneren Ressourcen aktivieren zu können, um damit wiederum einen positiven Einfluß auf körperliche und psychische Zustande auszuüben, dazu bietet die Hypnotherapie vielfältige Ideen und Möglichkeiten.
Psychologische Beratung
Wenn Sie schon alles versucht haben, aber nichts zu gehen scheint, kann es hilfreich sein, psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen. Sie kann im Unterschied zur Psychotherapie in einem einzelnen oder mehreren Gesprächen bestehen, wenn Sie sich z. B. in einer Krise befinden, sich privat oder beruflich mit einem Problem konfrontiert sehen, sich überfordert fühlen, wenn Sie familiäre Schwierigkeiten, Liebeskummer oder Partnerschaftsprobleme haben, Lebensberatung oder ein Coaching brauchen.
Psychologische Beratungen sind keine Kassenleistungen und werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Nur in Ausnahmefällen werden die Kosten von einzelnen privaten Krankenkassen übernommen. Erkundigen Sie sich bitte diesbezüglich bei Ihrer Kasse. Die Kosten für eine Beratungssitzung (50 Minuten) betragen je nach Einkommenssituation zwischen 80 und 140 €. Termine sind kurzfristig vereinbar.
Supervision
Supervision ist eine Form der Beratung, die Einzelne, Teams, Gruppen oder Organisationen bei der Reflexion und Verbesserung ihres privaten, beruflichen oder ehrenamtlichen Handelns begleitet. Gegenstand der Supervision kann die Arbeitspraxis, das Rollenverständnis oder die Zusammenarbeit im Team bzw. in der Organisation sein.
Die drei Wellen der Verhaltenstherapie
Seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts hat die Verhaltenstherapie eine zentrale Rolle in der Psychotherapie inne und gilt heute als die am besten evaluierte und wissenschaftlich abgesicherte Therapieform. Nach anfänglichem Fokus auf die Behandlung von Depressionen bildet sie heute auch ein wichtiges Instrument zur psychotherapeutischen Behandlung von unterschiedlichen sog. Störungsbildern. Im Hinblick auf die Ursache psychischer Störungen orientiert man sich dabei an grundlegenden lerntheoretischen Prinzipien, welche ausgehend von der Interaktion sozialer und biologischer Wirkfaktoren, offenem Verhalten, sowie übermittelten kognitiven Prozessen wirksam werden sollen. Schemata und dysfunktionale Kognitionen, wie etwa Fehlinterpretationen, Wahrnehmungsverzerrungen und negative Bewertungen, tragen nach der Theorie zur Ätiologie bei. In der Verhaltenstherapie soll sich die Symptomatik der Patienten und Patientinnen demnach durch die Veränderung dysfunktionaler Kognitionen, Metakognitionen und Schemata verbessern und durch neue, funktionale Verhaltensweisen ersetzt werden. Im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte unterlag die kognitive Verhaltenstherapie zahlreichen Veränderungen und Entwicklungen. Bei der Betrachtung dieser Entwicklungen unterscheidet man heute in chronologischer Reihenfolge drei Wellen bzw. Phasen. Die Historie gliedert sich in eine anfängliche behaviorale Phase, eine folgende kognitiv-behaviorale Phase und zuletzt in die sogenannte »dritte Welle« der Verhaltenstherapie.
Die behaviorale Phase
Die erste Phase der Verhaltenstherapie zeichnete sich durch ihre klare naturwissenschaftliche Orientierung und empirische Begründung aus. Das zentrale Bestreben bildete die Entwicklung und Umsetzung lerntheoretischer Modelle in therapeutische Interventionen. Die grundlegenden Lerntheorien aus der experimentellen Psychologie wurden dabei auf Verhaltensprobleme und klinische Störungsbilder angewandt.
Die Veränderung des Verhaltens erfolgte sowohl in direkter Weise, zum Beispiel im Rahmen von Fertigkeitstraining, oder durch die Veränderung der Umwelt, indem man mit klassischer und operanter Verstärkung (die sog. Token Economy) arbeitete.
Der Ansatz dieser frühen Bewegung, welcher in seinem Charakter oft als reduktionistisch bezeichnet wurde, stieß dabei schon früh auf Widerstand vonseiten anderer Therapieschulen, insbesondere der humanistischen Psychotherapie und der Psychoanalyse. Diese war in ihrer Herangehensweise vergleichsweise eher hermeneutisch ausgerichtet und stand in einer geisteswissenschaftlichen Tradition.
Die frühe Ausrichtung der Verhaltenstherapie musste mit der Zeit erkennen, dass sie die Komplexität klinischer Störungsbilder nicht ausreichend erfassen konnte. Zwar konnten hinsichtlich der Analyse von Verhalten, etwa in Bezug auf den Nachweis der Bedeutsamkeit von Konditionierungsmethoden, wichtige Fortschritte erzielt werden. Allerdings verschob sich der Fokus von dem Bestreben, rein beobachtbares Verhalten zu verändern, hin zu der Erkenntnis, dass Interpretations- und Bewertungsprozessen eine größere Bedeutung zukommen müsse. Diese Erkenntnis ebnete den Weg für eine Veränderung hin zu der kognitiv-behavioralen Phase der Verhaltenstherapie.
Die kognitiv-behaviorale Phase
Mit der “kognitiven Wende” der 60er Jahre wurde die theoretische Grundlage der Verhaltenstherapie erweitert und der Grundstein für folgende, bis heute elementare Modellentwicklungen gesetzt. Mehr und mehr rückte die Beschäftigung mit der Innenwelt in den Vordergrund. Dies war eine Entwicklung, ausgehend von der Kritik, nach welcher sich der alleinige Fokus auf simplifizierte Lerngesetze der experimentellen Psychologie nicht mit der Bedeutung von kognitiven Prozessen bei der Aufrechterhaltung psychischer Störungen vereinbaren ließ.
Sowohl systematische Denkfehler und irrationale Gedanken, als auch dysfunktionale Schemata dienten folgend als Erklärung für das Störungsverhalten. Auch Schemakonzepte und Pläne fanden zunehmenden Einsatz, vor allem in der Behandlung von ambulanten Patienten und Patientinnen. Bis in die 80er Jahre hinein entwickelte sich die kognitiv-behaviorale Betrachtung stetig weiter, hin zu vorrangig störungsspezifischen Ansätzen samt spezifischer Modelle der Entstehung und Aufrechterhaltung von Störungsbildern.
Es gilt festzuhalten, dass die in diesen Jahren entstandene Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) nicht intendierte, ursprüngliche Termini und Modelle der behavioralen Phase gänzlich zu verwerfen. Vielmehr sollten Interventionen nicht mehr nur auf das Ziel der Verhaltensänderung beschränkt sein, sondern insofern eine Erweiterung erfahren, als dass auch die Innenwelt der Patienten und Patientinnen Ziel der Veränderungsprozesse wurde. Ursprüngliche Methoden, wie etwa die Expositionsverfahren, wurden weiterhin eingesetzt, allerdings unter neuen Aspekten betrachtet. So erfolgte eine Exposition nicht mehr nur unter dem Aspekt der Habituation, sondern die Rolle der Kognitionen wurde ebenfalls beleuchtet. Die Tatsache, dass die Verhaltenstherapie und die Kognitive Verhaltenstherapie heutzutage an vielerlei Stelle als Synonym verwendet werden, verdeutlicht die Wichtigkeit der Entwicklungen dieser Phase.
Die Dritte Welle
Blickt man auf die vergangenen 20 Jahre zurück, so ereignete sich eine erneute Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie. Ursprung dieser waren Schwierigkeiten in der Behandlung spezifischer Patientengruppen. Frau Linehan (amerikanische Psychotherapeutin) etwa beobachtete, dass ihre Patienten und Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen auf die herkömmlichen kognitiv-behavioralen Therapiestrategien nur bedingt ansprachen, weshalb sie insbesondere Achtsamkeit und Akzeptanz als wichtige Pfeiler in ihre Therapie aufnahm - und somit die Grundlage für die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) schuf. Herr Bohus, mittlerweile emeritierter Professor, etablierte den Linehan Ansatz in den letzten Jahrzehnten in Deutschland. Young dagegen machte die Beobachtung, dass viele Patienten und Patientinnen, vor allem solche mit chronischer Depression oder Persönlichkeitsstörungen, nicht von strukturierten Kurzzeitprogrammen profitierten, weshalb er psychodynamische, hypnotherapeutische und interpersonelle Ansätze mit in seine Behandlung aufnahm. Aus diesem Ansatz heraus entwickelte sich folgend die Schematherapie. Hayes und Kollegen betonten daneben die Wichtigkeit von Akzeptanz und die Arbeit mit Werten, was die Entwicklung der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) bedingte.
Auch trat der Fokus in den Vordergrund, welche Haltung Patienten und Patientinnen ihren Kognitionen gegenüber einnehmen, wodurch die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie sowie die Metakognitive Therapie entstand.
Ähnlich wie bei dem Übergang von der behavioralen zur kognitiv-behavioralen Phase sah man sich auch an diesem Punkt bemüht, die ursprünglichen kognitiven Ansätze nicht gänzlich zu verwerfen, sondern eine Erweiterung zu den bereits praktizierten Ansätzen zu schaffen.
Die Dritte Welle – eine berechtigte Bezeichnung?
Generell gestalteten sich die Entwicklungen innerhalb der 90er Jahre als sehr heterogen, wenn man davon absieht, dass alle Entwicklungen die Beziehung zwischen Patienten und Therapeuten betonten.
Einerseits wurde dabei von einigen Strömungen die verhaltensanalytischen Tradition wieder betont. In der Funktional Analytischen Psychotherapie (FAP), der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) und der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) spielen operante Prozesse wieder eine zentrale Rolle. Dadurch wurden in diesem Zuge Stimmen laut, welche die Grundsätzlichkeit dieser Neuentwicklungen und somit die Berechtigung der Bezeichnung als “dritte Welle” hinterfragten.
Auf der anderen Seite prägen Konstrukte wie die der Akzeptanz, Achtsamkeit und Spiritualität insbesondere die Dialektisch-Behavioralen Verhaltenstherapie (DBT), behavior change techniques (BCT), die Mindfulness Based Cognitive Therapy (MBCT) und die ACT, weshalb andere Verhaltenstherapeut:innen sich mit der Frage konfrontiert sahen, inwiefern die Impulse der “dritten Welle” noch mit den wissenschaftlichen Grundprinzipien der ursprünglichen Verhaltenstherapie kompatibel waren.
Unabhängig von der begrifflichen Debatte gilt es festzuhalten, dass die in dieser Zeit entstandenen Ansätze und Therapieformen wichtige Neuerungen umfassen, die bis heute die Effizienz der Kognitiven Verhaltenstherapie zentral prägen. Im Folgenden möchte ich exemplarisch die ACT vorstellen.
Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT)
Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) ist empirisch breit abgesichert und findet als transdiagnostischer Ansatz vielfältigen Einsatz, so etwa im Rahmen der Behandlung von Depressionen, Angststörungen und körperlichen Beschwerden. Nach dem zugrundeliegenden Modell menschlichen Verhaltens, bilden die Konstrukte der kognitiven Fusion und der Erlebnisvermeidung zentrale Aspekte für die Entstehung psychischer Erkrankungen.
Im Rahmen der Therapie adressiert die ACT weniger die Kognitionen selbst, als vielmehr die Art und Weise, wie die Patient:innen auf diese reagieren und Bezug nehmen.
Der Fokus der Behandlung liegt dabei auf Achtsamkeits- und Akzeptanztechniken, welche die Entwicklung psychischer Flexibilität sowie eine an persönlichen Werten und Zielen orientierte Lebensführung anstreben.
Mein Fazit –
meine Arbeitsweise
Blickt man auf die Entwicklung der KVT zurück, so lassen sich in der Entwicklung eine behaviorale, eine kognitiv-behaviorale Phase sowie eine “dritte Welle” der Verhaltenstherapie unterscheiden. Während die erste Phase dabei noch sehr an der experimentellen Psychologie und grundlegenden Lerngesetzen zur Ergründung problematischen Verhaltens orientiert war, erweiterte die kognitiv-behaviorale Phase diese Sichtweise um den Fokus auf die Innenwelt der Patient:innen. In den zurückliegenden 20 Jahren wiederum ereignete sich eine “dritte Welle” der Verhaltenstherapie, in welcher viele neue und zumeist heterogene Therapieformen entstanden sind. Viele dieser Therapieformen stehen dabei noch in der Tradition von Lerngesetzen, andere stellen neue Konstrukte, wie beispielsweise die Achtsamkeit, in den Vordergrund. Die ACT bildet als transdiagnostischer Ansatz eine wichtige evidenzbasierte Therapieform, die sich im Zuge der dritten Welle entwickelt hat.
Ich erlebe mich in meiner Arbeit als Psychologischer Psychotherapeut immer in einem Spannungsfeld zwischen persönlicher Erfahrung, Einfühlungsvermögen und Intuition einerseits und der Orientierung an wissenschaftlichen Standards andererseits. Mir ist es wichtig, offen zu sein für unterschiedliche Erfahrungswelten, denke, dass eine angemessene Betrachtungsweise je nach Situation auf sehr unterschiedlichen Ebenen liegen kann, und versuche gleichzeitig dabei den wissenschaftlichen Blick und die „Bodenhaftung“ zu bewahren. Diese Balance zu finden, bleibt eine tägliche Herausforderung als Therapeut.
Meine Approbation habe ich im Vertiefungsverfahren Verhaltenstherapie erworben. Wie vielschichtig und welche unterschiedlichen Methoden und Ansätze sich in der Verhaltenstherapie entwickelt haben, habe ich weiter oben skizziert.
Neben der Verhaltenstherapie bin ich ebenso von anderen therapeutischen Denkrichtungen inspiriert, insbesondere den humanistischen und hypno-systemischen Therapieverfahren. Während meines Studiums habe ich durch mehrere längere Praktika in psychosomatischen Kliniken humanistische Therapieverfahren näher kennen lernen können, was mich dazu inspiriert hat, eine Weiterbildung in klientenzentrierter Gesprächsführung zu absolvieren. Die Humanistische Psychotherapie stellt das psychische Wachstum im Sinne persönlicher Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung in sozialen Kontexten durch Aktivierung und Entfaltung spezifisch menschlicher Ressourcen (Potenziale) auf ein von Sinn getragenes, selbstverwirklichendes, authentisches Leben hin in den Mittelpunkt. Ich erlebe eine hohe Identifikation mit dem Menschenbild der humanistischen Psychotherapie, insbesondere in der ressourcenorientierten Betrachtung des Menschen/Patienten. In der humanistischen Philosophie trägt der in seiner bio-psycho-sozialen Ganzheit gesehene Mensch die für die Befreiung von psychischen Leid erforderlichen Ressourcen in sich, die durch die Gestaltung der psychotherapeutischen Beziehung und durch psychotherapeutische Interventionen aktiviert und auf zu bewältigende Lebensprobleme angewandt werden können. Der Mensch wird in seinem Streben nach Selbstverwirklichung, Wachstum, Entwicklung von Ressourcen, von Autonomie und Kongruenz in seinen sozialen Bezügen gesehen. Die Fähigkeit des Menschen zur Kreativität und Selbstreflexion befähigt ihn über die gesamte Lebensspanne hinweg zu Entwicklung, Differenzierung und Gestaltung seiner Persönlichkeit und Lebenswirklichkeit.
In der Humanistischen Psychotherapie steht im Mittelpunkt, was beim Menschen spezifisch menschlich ist und damit eine ganze Dimension über die animalische, neurochemische Trieb- und Reflexdeterminiertheit und auch über vergangene lebensgeschichtliche Prägungen hinausgeht, insbesondere:
das Bedürfnis nach Sinn, das intentional, also zukunftsorientiert ist,
die Bewusstheit und das Gewahrsein sowie die Fähigkeit zur Introspektion und zu reflexivem Denken,
die existenzielle Wahlfreiheit des menschlichen Willens, die die persönliche Verantwortung für die eigenen Entscheidungen und ihre Folgen impliziert,
die Kreativität des Menschen zur schöpferischen Lebensgestaltung und zur Co-Kreation sozialer Prozesse,
die Liebe, die die andere Person als Person meint,
das bewusste und aktive, engagierte Sich-Einsetzen für oder gegen, das Sich-Auseinandersetzen mit bzw. das Ringen um etwas, das nicht auf Aggression im biologischen Sinne reduziert werden kann.
Der Mensch wird in der Humanistischen Psychotherapie als verkörpert angesehen und sie erkennt an, dass es eine Vielfalt von subjektiv als gültig verstandenen und als wahr empfundenen Realitäten gibt, so dass die Welt auf vielfältige Weise erlebt und interpretiert werden kann, und dass es eine Vielfalt von Weltanschauungen, Werte- und Glaubenssystemen, Lebenseinstellungen und Lebensstilen gibt, die den Menschen dazu befähigen können, ein befriedigendes und erfülltes Leben zu führen.
Ich möchte als Therapeut die Eigenmotivation, Eigenarbeit und Selbstauseinandersetzung des Patienten fördern, begreife Psychotherapie als einen kooperativen, emanzipatorischen Prozess, indem dem Patienten möglichst optimale Freiheit gegeben wird, selbst über Ziele und Wege seines psychotherapeutischen Prozesses zu entscheiden.
Hypnotherapeutische Methoden wende ich ausdrücklich nur im Rahmen eines professionell gestalteten psychotherapeutischen Prozesses und nach sorgfältiger Anamneseerhebung an. Aufträge, wie z.B. ein einzelnes Krankheitssymptom schnell weg zu hypnotisieren oder Rückführungen in frühere Leben, nehme ich nicht an. Ich vertrete keine esoterischen Glaubensinhalte (wie z.B. Geistheilung oder Healing Code), und verfüge auch nicht über hellsichtige oder übersinnliche Fähigkeiten. Falls Sie so etwas suchen sollten, wenden Sie sich bitte an den Therapeuten, Heilpraktiker, Geistheiler oder Schamanen Ihres Vertrauens. Als approbierter Psychotherapeut bin ich verpflichtet, eine Beratung oder Psychotherapie nur dann durchzuführen, wenn es aus fachlicher Sicht sinnvoll erscheint und wenn ich über die dafür notwendige Qualifikation verfüge.